Die erste Nacht auf 3‘650 MüM haben wir gut überstanden. Wir haben die Ratschläge auch alle befolgt. Ja, es ist echt komisch so langsam zu gehen, 3 Liter Wasser trinken ist gar nicht so schwer, man hat sowieso dauernd Durst. Das kommt auch vom Diamox das wir vorbeugend gegen Höhenkrankheit eingenommen haben. Lustigerweise in Mauritius erhältlich.
Heute sind wir mit Alex beim Drepung Kloster. Es liegt auf 3‘900 MüM und die Aussicht ist einfach magisch. Die Schneeberge im Hintergrund und unten Lhasa mit dem Fluss. Leider können wir kaum Bilder machen in den heiligen Hallen. In den Innenräumen ist es verboten, nicht zuletzt auch zum Schutz der Privatsphäre der Pilger. Europäische Touristen sind eher die Ausnahme viele Gläubige pilgern zu diesen wichtigen Stätten des Buddhismus. Es ist eines der drei Ausbildungskloster des tibetischen Buddhismus, wurde 1416 gegründet und diente als Ausbildungsstätte der Dalai Lamas. Alex erklärt uns die vielen Götter, Schüler der wichtigen Dalai Lamas und natürlich die Dalai Lamas selber. Für unsere Ohren klingen die Namen sehr fremd und wir vergessen sie sofort wieder.
Die Gebetsmühlen werden im Uhrzeigersinn umrundet, dabei werden die Mühlen im Uhrzeigersinn gedreht und Mantras gesprochen.
Wir haben uns einen Donnerkeil gekauft. Er gilt spirituell als mächtiges Schutzamulett, das Unheil, Blitze und böse Geister abwehren soll. Er symbolisiert unzerstörbare Kraft, Erleuchtung und Weisheit, die Illusionen durchschneidet. Dann kann ja nichts mehr schief gehen.

Vorher brauchen wir eine Pause, es ist wichtig sich in dieser Höhe nicht zu übernehmen, es waren sehr viele Treppen Heute, Morgen werden es noch mehr. Die beiden Kaffee waren teurer als die drei Nudelsuppen, aber beides hat gut geschmeckt, die Brühe wird mit Yak Knochen gekocht und schmeckt wie eine Kraftbrühe bei uns.
Danach fahren wir zum Sera Kloster. Sera bedeutet Wildrose oder Hagebutte. Es ist das zweite der drei Ausbildungskloster. Auch hier besuchen wir die heiligen Hallen mit all ihrem Prunk. Es hat sehr viele Pilger die Spenden auch wirklich viel, sie haben ganze Geldbündel in der Hand. Überall liegt Geld bei den Heiligen Figuren ob in Samelboxen oder einfach so bei den Figuren. zwei Mönche waren mit einer Geldzählmaschine am zählen und bündeln. Es brennen übergrosse Kerzen die aus Yakbutter bestehen, es riecht überall buttrig, die Pilger bringen, in Thermoskannen flüssige oder in kleinen Eimern die Butter mit und spenden bei den jeweiligen Gottheiten, die für Reichtum, Gesundheit, Weisheit, Zukunft, Vergangenheit und weiteres zuständig sind. Bei Reichtum und Gesundheit haben wir auch gespendet, Schaden kann es ja nicht.
Zwischen 15:00 Uhr und 17:00 Uhr debattieren die Mönche lebhaft im Garten. Wir dürfen dabei zu sehen. Ein Mönch sitzt, während sein Partner stehend Fragen stellt und Thesen vorträgt. Das Klatschen in die Hände betont Argumente und soll den Geist wecken. Es geht um die buddhistische Philosophie.
Wir sind etwas müde und brauchen eine Pause aber wir haben auch diesen Tag in der Höhe sehr gut gemeistert. Unsere Körper machen das gut mit. Nach einem Teller Reis mit Schweinefleisch und Nudeln in Brühe gehen wir gestärkt zurück ins Hotel.
Sehr eindrücklich
Ich musste in Ecuador 5 Tage warten bis wir endlich eine Apotheke fanden mit einem Mittel gegen Höhenkrankheit. Wenn ich das gewusst hätte, dass man die eigenartigerweise auf Mauritius kriegt…..